AKTUELLE AUSGABE

BauSV 6/2022

Bautechnik

Gegen Flutwasser widerstandsfähige Gebäudekonstruktionen
© Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie

 

Bernhard Fischer

Gegen Flutwasser widerstandsfähige Gebäudekonstruktionen

Folgen des Klimawandels sind die neuen bautechnischen Herausforderungen


War es noch vor Jahren der Ruf eines kleinen Kreises von Wissenschaftlern, die auf einen sich nicht linear verändernden Klimawandel hinwies, so zählt die Klimaveränderung fast täglich mit neuen Extremmarken zu den abendlichen Nachrichten. Schon bald wurde das mäßige Interesse als Zaungast an den Klimawandelfolgen ferner Länder durch die eigene Betroffenheit abgelöst.

Nach dem Erleben von Hitzeperioden hat alle die Flutkatastrophe im Ahrtal überrascht, waren doch diese Bilder Südost­asien und anderen Regionen vorbehalten. Es setzt sich ein Szenario zusammen, das dem Klimawandel direkten Einfluss auf unsere gesellschaftlichen Handlungsfelder zuschreibt – die nunmehr zu beachtenden Klimawandelfolgen.

Doch ist dies auch für das Bauwesen von Belang? Ist es nicht seine Aufgabe, Gebäude und bauliche Infrastrukturen zu schaffen, die den bewährten und eingeführten anerkannten Regeln der Technik folgen?

Am Beispiel wachsender Gefährdung von Gebäuden durch Flutwasser wird aufgezeigt, dass mit bautechnischen Lösungen Klimawandelfolgen begegnet werden muss, damit sich daraus mittelfristig neue Baustandards entwickeln können.

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Gegen Flutwasser widerstandsfähige Gebäudekonstruktionen

 

Sandra Giern

Sanierung, Abbruch und Recycling von Bauschutt

Die Probenahme eines unabhängigen und erfahrenen Sachverständigen liefert Klarheit zu Schadstoffen wie Asbest


Circular Economy und Urban Mining sind die bestimmenden Begriffe, die mit einem sachgerechten Rückbau oder der Sanierung des Gebäudebestandes und technischer Anlagen einhergehen.

Mit dem Rückbau muss eine ordnungsgemäße Separation der anfallenden Bau- und Abbruchabfälle erfolgen, um nachgelagerte Recyclingverfahren sinnvoll durchführen zu können und Materialien aus dem Gebäudebestand im Wirtschaftskreislauf zu halten.

Saubere Stoffströme aus dem Baubestand bedingen eine frühzeitige Erkennung und Ausschleusung von Schadstoffen und somit die Erkundung und sachgerechte Probenahme im Baubestand.

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Bauschäden

Flachdachrichtlinie vs. DIN Gefälleanforderungen

 

Udo Simonis, Klaus Hafer

Flachdachrichtlinie vs. DIN Gefälleanforderungen


Dieser Beitrag setzt eine Diskussion um die Bedeutung von Gefällegebungen auf Flachdächern der Beiträge Zöller, Bretz und Hafer [1] fort und vertieft in diesem Zusammenhang den Aspekt der Materialeigenschaften von Dachbahnen.

DIN 18531-1 differenziert nach den sogenannten Anwendungsklassen K1 und K2. Bei der als höherwertig gedachten Ausführung K2 sollten Anforderungen an Dachabdichtungen beschrieben werden, die aufgrund höherwertiger oder besonderer Gebäudenutzung erhöhten Einwirkungen unterliegen bzw. wegen schwieriger Zugänglichkeit weniger Instandhaltung bedürfen.

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Oberflächeneffekte bei der Verwendung von Stahlfaserbetonen

 

Karl-Uwe Voß

Oberflächeneffekte bei der Verwendung von Stahlfaserbetonen

Es droht die Beeinträchtigung der Gebrauchstauglichkeit


Betonböden mit Stahlfaserbewehrung haben sich seit Jahrzehnten im Industriebau bewährt. Die Stahlfasern dienen dazu, bestimmte Eigenschaften, bevorzugt die des Festbetons, positiv zu beeinflussen. So werden diese in erster Linie dem Beton zugesetzt, um die Neigung zur Rissbildung der Betonbodenplatte, z.B. durch Schwindverformungen, zu vermindern.

Betonböden in geschlossenen Hallen trocknen im Normalfall einseitig über die Bauteiloberseite aus. Durch diese ungleichmäßige Austrocknung werden in den ersten Wochen (auch bei ausreichender Nachbehandlung) Eigenspannungen an der Oberseite erzeugt, die zu krakeleeartigen Rissen führen. Bei weiterer Austrocknung schüsselt der Betonboden auf, wodurch v-förmige Risse entstehen können.

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Wer zahlt bei einer Dachsanierung den Sturmschaden?
© ILS-Bau-Consulting

 

Stefan Lange, Jörg Bach

Wer zahlt bei einer Dachsanierung den Sturmschaden?

Wer nicht aufpasst, verschenkt hier Geld


Dieses Thema wird sogar in der Fachwelt recht kontrovers diskutiert und man ist sich stets uneinig, wer letztendlich den Schaden in welchem Umfang zu regulieren hat. Dabei ist es ganz einfach, wenn man weiß, worauf es ankommt.

Der Hintergrund des Bauschadens, über den in diesem Beitrag berichtet wird, besteht darin, dass ein Versicherungsnehmer an seinem Mehrfamilienhaus eine Sanierung zur Minimierung des Energieverbrauchs durchführen lassen wollte. Dies hat er seinem Gebäudeversicherer auch so mitgeteilt. Zusätzlich war das Objekt während der gesamten Sanierungsmaßnahme durch die Mieter bewohnt.

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Messtechnik

Feuchtemessung von mineralischen Untergründen

 

Wolfram Steinhäuser

Feuchtemessung von mineralischen Untergründen

Die neue DIN EN 17668 Klebstoffe für Bodenbeläge


Feuchtigkeit ist der Hauptgegner für jeden Bauherrn, Auftraggeber, Architekten, Bauleiter und Handwerker. Über 50% aller Schäden und Mängel am Bau und somit auch in der Fußbodenbranche sind auf Feuchtigkeit zurückzuführen.

Um Feuchteschäden vorzubeugen, muss die Feuchtigkeit aus allen mineralischen Baustoffen abdampfen und über die Raumluft abtransportiert werden. Je nach der Gesamtfeuchtemenge, der Temperatur und der relativen Luftfeuchte stellt sich ein Raumklima ein, das das Abdampfen der Feuchtigkeit fördern oder verhindern kann.

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Regelwerke

Irina Kraus-Johnsen, Frank Deitschun

Richtlinie zum sachgerechten Umgang mit Schimmelpilzschäden in Gebäuden

3. überarbeitete Fassung vom 1. Juni 2022


Im Jahre 2001 hat der Verband der Bausachverständigen Norddeutschlands das Sonderheft »Topthema Schimmelpilz« der Fachöffentlichkeit zur Verfügung gestellt [1]. Dies war der Anlass, warum die seinerzeit ins Leben gerufene Arbeitsgruppe »Schimmelpilze« der WTA ihre Arbeit aufnehmen wollte.

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Baurecht

Jochen Rudolph

Sanktionsinstrumente des Gerichts gegenüber Sachverständigen

Ausgewählte Fallgruppen


Den gerichtlichen Sachverständigen treffen bei der Gutachtenerstattung eine Vielzahl von Pflichten. Verstößt der Sachverständige gegen diese Pflichten, stehen dem Gericht verschiedene Sanktionsinstrumente, u.a. die Festsetzung eines Ordnungsgeldes, zur Verfügung. Dieser Beitrag gibt einen Überblick über die Sanktionsmöglichkeiten in einer Auswahl von Pflichtverstoß-Fallgruppen.

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Michael Halstenberg

Nachhaltige – ökologische – recyclingfähige Baustoffe

Schlaglicht auf Technik und Recht


1 Nachhaltigkeit

1.1 Vertragstexte aus der Praxis

»Der Auftragnehmer schuldet den Einsatz von nachhaltigen Bauprodukten, die recyclingfähig sind.«

»Der AN hat eine höchsten Ansprüchen entsprechende Gestaltungsqualität zu erreichen. Hierbei hat er ökologisch nachhaltige Materialien, Baukonstruktionen anzuwenden und höchstwertige Energiekonzepte zu verwirklichen.«

Was ist vertragsgemäß?

Was wäre der Maßstab für den Soll-Ist-Vergleich?

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Top-Thema

Jennifer Essig

Die Beteiligung des Bestellers an Nachbesserungskosten


Wo gebaut wird, da passieren Fehler. Liegen Mängel an einer Werkleistung vor, hat der Besteller (in der Regel nach der Abnahme) verschiedene Rechte und Ansprüche gegen den Verantwortlichen. Was so einfach klingt, führt in der Praxis aber regelmäßig zu ganz erheblichen Problemen. Die Errichtung eines Bauwerks ist ein komplexer Prozess, an dem eine Vielzahl von Beteiligten mitwirkt.

Es ist daher häufig gar nicht so leicht, »den einen Schuldigen« auszumachen, weil es oft genau den einen überhaupt nicht gibt. Nicht selten kommt es zudem vor, dass die Fehlerhaftigkeit des Werks oder die Mangelfolgeschäden auch auf einem Fehlverhalten des Bestellers oder seiner Erfüllungsgehilfen beruht.

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Rechtsprechungs-Report | Sachverständigenrecht

Eva-Martina Meyer-Postelt

Bauvertragsrecht | Sachverständigenrecht | Architektenrecht

Zur Würdigung von Privatgutachten neben Gerichtsgutachten


1. Das Gericht ist verpflichtet, sich mit von einer Partei vorgelegten Privatgutachten auseinanderzusetzen und auf die weitere Aufklärung des Sachverhalts hinzuwirken, wenn sich ein Widerspruch zum Gerichtsgutachten ergibt.

2. Legt eine Partei ein Privatgutachten vor, das im Gegensatz zu den Erkenntnissen des gerichtlich bestellten Sachverständigen steht, ist vom Tatrichter besondere Sorgfalt gefordert. Er darf in diesem Fall – wie auch im Fall sich widersprechender Gutachten zweier gerichtlich bestellter Sachverständiger – den Streit der Sachverständigen nicht dadurch entscheiden, dass er ohne einleuchtende und logisch nachvollziehbare Begründung einem von ihnen den Vorzug gibt.

3. Die fehlende Auseinandersetzung im angefochtenen Urteil mit einem dem Gerichtsgutachten widersprechenden Privatgutachten kann in der Rechtsmittelinstanz nachgeholt werden, wenn das Gerichtsgutachten hierfür ausreichenden Anhalt bietet; einer Wiederholung der Beweisaufnahme bedarf es dann nicht.

OLG Dresden, Beschluss vom 12.8.2022 – 4 U 583/22

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