Bautechnik

Drohnen im Einsatz für die Bauwerksinspektion
© Businessfotografie Frau Winkelmann

 

Claudia Rougoor

Drohnen im Einsatz für die Bauwerksinspektion


Viele Bauwerke haben inzwischen ein Lebensalter erreicht, in dem in immer stärkerem Ausmaß Schäden auftreten. Mit konventionellen Methoden, wie z.B. Gerüststellung, ist die Lokalisierung eines Schadens vor allem in schlecht einsehbaren oder hohen Bauwerksbereichen schwierig, teuer und zeitaufwendig. Auch ist oft wenig über den allgemeinen Bauzustand dieser Bereiche, wenn nicht sogar des ganzen Gebäudes, bekannt.

Hinzu kommen oft, je nach Träger, geringe Budgets für regelmäßiges Monitoring und Instandhaltung. Es gibt jedoch eine Lösung, die zunehmend den Markt erobert: Der Einsatz von Drohnen bietet vielfältige Möglichkeiten einer schnellen und effizienten Zustandserhebung und Dokumentation.

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Frischbetonverbundtechnologie
Quelle: Sika

 

Martin Schneider, Mario Mühleder

Frischbetonverbundtechnologie – Abdichtung oder zusätzliche Maßnahme im Kontext der Weißen Wanne

Ein Vergleich der Sichtweise zwischen Deutschland und Österreich


Aufgrund der stetig steigenden Grundstückspreise erhöht sich der Anspruch auf eine bestmögliche Ausnutzung der Nutzflächen in Bauwerken. Raumnutzungen, die in der Vergangenheit überwiegend überirdisch angelegt waren, verlagern sich immer häufiger in die erd- und grundwasserberührten Teile eines Bauwerks. Dementsprechend ist eine Anpassung der gesetzlichen Normierungen und Standardisierungen erforderlich. Ferner sind neue Lösungen und Techniken zu entwickeln, die die dauerhafte Nutzbarkeit der Räume sicherstellen.

Der Anspruch auf eine hochwertige Nutzung von Kellerräumlichkeiten führte zur Erstellung diverser Richtlinien für wasserundurchlässige Betonbauwerke sowie unterschiedlicher Produkt- und Ausführungsnormen für die Abdichtung von Bauwerken, wobei sich die Regelwerke in Deutschland und Österreich nicht unwesentlich unterscheiden und dadurch ein Spannungsfeld im deutschsprachigen EU-Raum besteht.

In Bezug auf die Frischbetonverbundtechnologie werden im folgenden Beitrag die Sichtweisen aus Deutschland und Österreich analysiert und bewertet. Dabei wird besonderes Augenmerk auf die Erlangung trockener und dadurch hochwertig nutzbarer Räume gelegt, wobei der optische Anspruch nicht außer Acht gelassen wird, auch wenn kleine Risse im Betonbau nicht vermeidbar sind.

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Bauschäden

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Klaus Schöppel, Gerhard Stenzel

Auswirkung der chloridinduzierten Korrosion auf die Tragfähigkeit und Standsicherheit von Bauwerken in der Praxis


Die Planung und Ausführung eines chloridbelasteten Bauwerks ist auf eine Mindestnutzungsdauer von 50 Jahren auszulegen und dies ist insbesondere auch bei der Abnahme zu beachten. Das bedeutet, dass der Planer bzw. die Bauüberwachung (welche z.B. dem Bauherrn die Abnahmefähigkeit bescheinigt bzw. die Abnahme empfiehlt) wissen sollten, wie sich eine Tausalzbelastung auf das Bauteil bzw. Bauwerk auswirkt und welche Instandhaltungsmaßnahmen in den nächsten 50 Jahren erforderlich sind, um die angestrebte Mindestnutzungsdauer zielsicher zu erreichen.

Um dies bewerten zu können, müssen der Planer bzw. die Bauüberwachung über Kenntnisse zum Einfluss der chloridinduzierten Korrosion auf die Tragfähigkeit des zu begutachtenden Systems verfügen. Nachfolgend werden anhand von Praxisbeispielen die chloridinduzierte Korrosion von Baugliedern nach einer Nutzungsdauer von 10 bis 50 Jahren und deren Auswirkung auf den Querschnittsverlust der Bewehrungsstäbe dargestellt. 

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Johann Müller

Pilze an acetyliertem Holz

Befall an Brücken bestätigt


In den Jahren 2008 und 2010 wurden im niederländischen Sneek zwei Holzbrücken aus acetyliertem Brettschichtholz gebaut. Sie sollten ohne bauliche und chemische Holzschutzmaßnahmen planmäßig eine Standzeit von 80 Jahren erreichen. Im Jahr 2018 wurden jedoch bei eigenen Inaugenscheinnahmen Pilzfruchtkörper am Holz beider Brücken entdeckt; später wurden die Feststellungen durch den Betreiber Rijkswaterstaat (RWS) bestätigt.

Nachdem im Berliner Park am Gleisdreieck bereits in den Jahren 2016 und 2017 an Bänken aus acetyliertem Brettschichtholz Fruchtkörper von Holz zerstörenden Pilzen entdeckt worden waren [1], sind nun Zweifel an der Dauerhaftigkeit des acetylierten Brettschichtholzes in bestimmten Praxisanwendungen angebracht, zumal der Erstbefall des Holzes Jahre vor der Fruchtkörperbildung stattgefunden haben dürfte. 

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Sachverständigenrecht

Peter Bleutge

Haftung für Folgeschäden aus Konstruktions- und Bauteilöffnung

Pflichtverletzung, Haftung und Versicherung


Der Sachverständige ist für die ordnungsgemäße und fehlerfreie Durchführung der von ihm veranlassten Ortsbesichtigung einschließlich der Konstruktions- und Bauteilöffnung verantwortlich. Schäden, die durch die Objektsbesichtigung oder anlässlich der Ortsbesichtigung verursacht werden, führen zum Schadensersatz, wenn dem Sachverständigen insoweit eine Pflichtverletzung und Verschulden nachgewiesen werden können.

Zu diesem Themenkreis gibt es wenig Literatur und Rechtsprechung. Die nachstehende Kurzdarstellung dient der Orientierung des Sachverständigen, insbesondere bei den Vertragsverhandlungen mit seiner Berufshaftpflichtversicherung. Außer Betracht bleibt die das Objekt selbst zerstörende Öffnung, weil sie von der Einwilligung des Berechtigten abgedeckt ist und wenn sie sich im Rahmen der Einwilligung hält.

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Baurecht

 

Melita Tuschinski

GebäudeEnergieGesetz (GEG 2020)

Neuerungen, die Bausachverständige kennen sollten


Zeit und Geduld sind gefragt: Das neue »Gesetz zur Einsparung von Energie und zur Nutzung erneuerbarer Energien zur Wärme- und Kälteerzeugung in Gebäuden (Gebäudeenergiegesetz – GEG)« führt mit Wirkung ab 1.11.2020 Regelungen aus verschiedenen Gesetzen zusammen.

Es vereint in 114 Paragrafen und 11 Anlagen die bisher parallel laufenden Vorgaben des Energieeinsparungsgesetzes (EnEG 2013), der Energieeinsparverordnung (EnEV 2014) und des Erneuerbare-Energien-Wärme-Gesetzes (EEWärmeG 2011). Das GEG hat einen Großteil unverändert übernommen, doch so manche Neuigkeit dürfte Bausachverständige interessieren.

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Ingo Kern

Bauträgervertrag: nichts Neues bitte, läuft doch auch so

Grundlegende Praxisfragen – Teil 1


Aus zwei Gründen scheitern Ehen in Deutschland statistisch betrachtet am häufigsten: der Geburt des ersten Kindes oder dem Bau eines Eigenheims. Der Bauträgervertrag unterliegt einer strengen Regelwerkslandschaft, die gleichermaßen intelligent wie tückisch auftritt. Das neue Bauvertragsrecht macht Vorschriften, die private Bauherren besser schützen sollen, von denen sich manche aber als Trugschluss herausstellen.

Wer als Baulaie in die eigenen vier Wände investiert, legt sich in aller Regel mit einem Großteil seines verfügbaren Einkommens über viele Jahrzehnte fest. Heutzutage wählen über 90% aller privaten Bauherren den Weg über den Schlüsselfertigbau und bauen oder kaufen »ein Stück Haus«. Die Natur dieses Vertragstyps – der Bauträgervertrag – besteht in der schlüsselfertigen Gesamtleistung.

Dies hat für den Käufer den Vorteil, dass er nur einen Vertragspartner hat, von dem er alles aus einer Hand erhält. Auch die Haftung. Die ungleiche Verteilung wirtschaftlicher Macht auf den Immobilienmärkten zeigt sich gerade am Bauträgervertrag. Einer Realität, die sich aus Dornen und dem Umstand zusammensetzt, dass der Bauträgervertrag als besonders riskantes Rechtsgeschäft eingestuft wird.

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Top-Thema

Rudolf Jochem

Die Abnahme der Architektenleistung

Was ändert sich durch das neue BauVG konkret?


Es hat sich in Architekten- und Ingenieurkreisen immer noch nicht herumgesprochen, dass unser Rechtssystem auch die Abnahme der Architektenleistung durch den Auftraggeber verlangt. Es wird weitgehend als sachfremd empfunden, eine Architekten- und Ingenieurleistung abzunehmen.

Eine Bauleistung führt zur Herstellung eines körperlichen Werks, das besichtigt und begutachtet werden kann. Es ist seit jeher für alle am Bau Beteiligten einsichtig und in der Praxis allgemein üblich, dass eine formelle Abnahme zur Feststellung des Bauergebnisses erfolgt und hierüber ein Protokoll erstellt wird. In diesem werden die Beteiligten aufgeführt und soweit erkennbar einzelne Mängel oder fehlende Leistungen festgehalten.

Aufgrund dieser Feststellung wird die Entscheidung des Bauherrn gefällt, die Abnahme unter Vorbehalt nachfolgend aufgeführter Mängel zu erklären oder diese insgesamt wegen Vorliegens gravierender Mängel abzulehnen. 

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Rechtsprechungs-Report

Eva-Martina Meyer-Postelt

Bauvertragsrecht | Architektenrecht | Sachverständigenrecht


Zur Anhörung eines Sachverständigen

Wird dem gestellten Antrag einer Partei auf mündliche Anhörung des gerichtlichen Sachverständigen nicht entsprochen, wird dadurch der Anspruch auf Gewährung rechtlichen Gehörs aus Art. 103 Abs. 1 GG in entscheidungserheblicher Weise verletzt.

BGH, Beschluss vom 20.11.2019 – VII ZR 204/17

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