Bauschäden

 

Ralf Schumacher

Fachregeln des DDH – hilfreich, aber nicht immer ausreichend

Teil 1


1 Anlass

In meiner Tätigkeit als Bausachverständiger habe ich erstmalig Ende der 1980er-Jahre erfahren, dass nicht alles, was in einer DIN-Norm und anderen Fachregeln steht, richtig sein muss. Damals ging es um einen von 1974 bis 1990 in DIN 1053 genormten Irrtum: Die zweischalige Außenwand mit einer etwa 2 cm dicken, mit Mörtel vergossenen Schalenfuge sollte eine schlagregensichere Konstruktion darstellen, so, wie das für die bewährte zweischalige Außenwand mit Luftschicht galt.

Diese Bauweise hat sich jedoch nie bewährt, sodass sie trotz Normung zu keinem Zeitpunkt eine anerkannte Regel der Technik war. Das im Studium erlernte und in keiner Weise infrage zu stellende Bauen nach Normen bekam hier für mich den ersten Dämpfer. 

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Andreas Tretter

Unerwünschtes Abfärben beschichteter Oberflächen


Immer wieder werden Oberflächen reklamiert, bei denen der betroffene Kunde ein unerwartetes Abfärben der Beschichtung rügt. Meist im Zuge einer ersten Reinigung der Gewerke ist das Abwaschwasser bzw. der Putzlappen entsprechend verfärbt, und gerade bei der Verarbeitung eines wasserbasierten Lack- / Lasursystems mutmaßt mancher Kunde ein »Anlösen« der Beschichtung durch das Reinigungsmedium. Was sind die Ursachen solcher Reklamationen und unter welchen Bedingungen kann hierbei ein gerechtfertigter Mangel vorliegen?

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Bautechnik

 

Ingo Grollmisch

Energieeffizienz von Fußbodenheizungen

Einfluss von Fliesen-Sonderkonstruktionen und sonstigen Oberbodenbelägen


Ziel der nachfolgenden Ausführungen ist es, quantitative Aussagen zu Wärmeverlusten von auf Heizestrichen aufgebrachten gefliesten Fußboden-(Sonder-)Konstruktionen zu machen. Gerade in Zeiten von hitzigen Energiedebatten rücken derartige Spezialthemen auch in den Fokus von Rechtsstreitigkeiten.

Die Ergebnisse werden zeigen, dass die Wärmeverluste durch üblicherweise aufgebrachte Bodenbeläge bei allen untersuchten Varianten im einstelligen unteren Prozentbereich liegen.

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Elmar Tober

Akustische Sanierung von Innenräumen mit Schallabsorbern


Mittels optimierter Anordnung von Schallabsorbern kann der Aufwand für die akustische Sanierung von Innenräumen gegenüber herkömmlichen Methoden reduziert werden. Wird dazu noch ein ökologisch verträgliches Absorbermaterial eingesetzt, ist dem Ziel der Nachhaltigkeit umfassend Rechnung getragen.

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Messtechnik

 

Daniel Kehl

Richtige Messung der Holzfeuchte

Grundlagen für Sachverständige


Wenn Sachverständige einen Schadensfall zu begutachten haben, ist dies oftmals auch mit Messungen verbunden. Im Holzbau geht es in erster Linie um die Erfassung der Holz- und Holzwerkstofffeuchte. Dabei kommt in der Regel das Widerstandsmessverfahren zum Einsatz, das im folgenden Beitrag näher betrachtet wird.

Bei diesem Verfahren ist neben der Holz- / Holzwerkstoffart die Temperatur besonders zu berücksichtigen. Der Autor stellt fest, dass bei derartigen Messungen oft Fehler gemacht und Ergebnisse fehlinterpretiert werden. Daher wird in diesem Beitrag das grundlegende Wissen dazu aufbereitet und ein Vergleich unterschiedlicher Messgeräte vorgenommen.

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Normung

© BMI Group

 

Christian Herold

Gefälle bei der Abdichtung von Flachdächern

Orientierung in einer vielstimmigen Debatte


Das Thema Gefälle bei der Abdichtung von Dächern führt immer wieder zu Diskussionen in der Fachöffentlichkeit und beschäftigt vielfach auch die Gerichte. Viele Gutachten, Veröffentlichungen und Urteile sind hierzu in den letzten Jahren ergangen. Sie haben letztlich nicht zu einem einheitlichen Umgang mit diesem Thema geführt, das nicht an Aktualität und offenbar auch nicht an Streitpotential eingebüßt hat.

Insbesondere aber auch durch die Erhebung zu einem Streitfall im Themenschwerpunkt »Pro und Kontra« der diesjährigen Aachener Bausachverständigentage am 20.04.2021 hat dieses Thema eine Bedeutung erlangt, die ihm im Hinblick auf die dazu bestehenden normativen Regelungen eigentlich nicht zukommt.

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Baurecht

Christian Romer

Die Vermutungswirkung zugunsten von DIN-Normen

als allgemein anerkannte Regeln der Technik und wie man sie widerlegt


Der Beitrag befasst sich anhand von zwei aktuellen Urteilen mit der Frage, welche Anforderungen an die Widerlegung der Vermutungswirkung von DIN-Normen zu stellen sind.

Aus dem juristischen wie baupraktischen Bereich sind sie nicht wegzudenken, die allgemein anerkannten Regeln der Technik. Sofern nicht anders zwischen Bauherrn und Unternehmer vereinbart, sind sie grundsätzlich einzuhalten. Eine nicht abgesprochene Abweichung wird meist zur Annahme der Mangelhaftigkeit der Leistungen des Unternehmers führen.

In diesem Zusammenhang haben sich das OLG Hamm und das OLG Rostock damit beschäftigt, wann die Vermutung, der Inhalt einer DIN-Norm entspreche den allgemein anerkannten Regeln der Technik, als widerlegt anzusehen ist. Im Folgenden soll sich, unter Bezugnahme auf diese Entscheidungen, mit der Frage beschäftigt werden, welche Anforderungen an die Widerlegung dieser Vermutungswirkung zu stellen sind.

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Sachverständigenrecht

Kim Weinand

Trend zur Onlineberatung – digital oder weg?


Der Beitrag befasst sich mit dem Wandel zum digitalen Beratungsgespräch und zur digitalen Präsenz in der Sachverständigenbranche.

Die Coronazeit hat die Menschen stark eingeschränkt. Dennoch lief die Arbeit auf den Baustellen weiter, auch wenn sich die Auswirkungen der Coronapandemie in Form von Bauverzögerungen durch unterbrochene Lieferketten bei Baumaterialien und Baukolonnen in Quarantäne zeigten. Die Anforderungen an die Befundaufnahme durch den Bausachverständigen auf der Baustelle haben sich im Wesentlichen nicht verändert.

Jedoch hat die Digitalisierung auch hier neue Wege eröffnet, um an Erkenntnisse zur Gutachtenerstellung zu gelangen, wie beispielsweise die Übersendung von Plänen und Fotos zu Baumängeln per Email oder die digitale Inaugenscheinnahme von Baumängeln via Fotos auf einer Online-Plattform. 

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Top-Thema

Natalie Hahn

Die Überwachungspflichten des Architekten


Der Beitrag zeigt auf, wann der Architekt in welchem Umfang eine Bauüberwachung zu erbringen hat, unter welchen Voraussetzungen er bei Fehlern haftet und welche Verjährungsregelungen gelten.

Die Objektüberwachung ist eine der haftungsträchtigsten Tätigkeiten eines Architekten. Zu beinahe jedem Gewerk findet sich Rechtsprechung, die sich mit den Überwachungspflichten des Architekten und dessen Haftung beschäftigt. Eine aktuell in Fachmedien präsente Entscheidung hat den Inhalt, dass sich die Überwachungspflicht des Architekten sogar auf die Überwachungstätigkeit anderer Sonderfachleute erstreckt. Den vielfach verbreiteten Eindruck, dass die Überwachungspflichten des Architekten maßlos überdehnt werden, mag das ggf. noch schüren.

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Rechtsprechungs-Report

Eva-Martina Meyer-Postelt

Bauvertragsrecht | Architektenrecht | Sachverständigenrecht

Ablehnung und Vergütungsanspruch des Sachverständigen


Die begründete Ablehnung eines Sachverständigen und die hierdurch bedingte Unverwertbarkeit seines Gutachtens führt nur dann zum Verlust seines Entschädigungsanspruchs, wenn dieser den Ablehnungsgrund verschuldet hat, wobei ihm grundsätzlich nur bei Vorsatz oder grob fahrlässigem Fehlverhalten ein Entschädigungsanspruch zu versagen ist.

OLG Brandenburg, Beschluss vom 7.7.2021 – 11 W 23/21

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