Bauschäden

 

Karl-Uwe Voß

Bewertung von Frost- und Frost-Tausalz-Schäden an Betonpflastersteinen – Teil 1


Der Witterungsbeständigkeit von Betonpflastersteinen kommt insbesondere dort große Bedeutung zu, wo Pflasterdecken häufigen Frost-Tau-Wechseln ausgesetzt sind. Diesbezüglich ist zu beachten, dass die Bedingungen in »warmen Innenstädten« (nur wenige Frosttage) und auf hohen Bergen (wenige Tage oberhalb der Frostgrenze) im Regelfall weniger kritisch sind als in Teilflächen, wo ständige Frost-Tauwechsel auftreten.

So ist die erhöhte Schadensanfälligkeit im Bereich z.B. von Autowaschplätzen im Wesentlichen auf die große Anzahl der Frost-Tau-Wechsel zurückzuführen. 

Aufgrund der klimatischen Rahmenbedingungen müssen Pflasterdecken in Deutschland unter Verwendung von Betonpflastersteinen ausgeführt werden, die erhöhte Anforderungen an den Witterungswiderstand (Klasse 3 nach DIN EN 1338) erfüllen. Trotzdem werden immer wieder Schäden in Form von Betonabplatzungen an Pflasterbelägen vorgefunden, die nicht selten Gegenstand von Rechtsstreitigkeiten sind.

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Andreas Tretter

Lackschäden durch Hagelschlag

Vermehrt auftretende Hagelschäden als Folge der Klimaerwärmung


Lackschäden, als Folge von Hagelschlag, zählen mit zu den problematischsten Störungen beschichteter Oberflächen im Außenbereich. Im Zuge prognostizierter und auch bereits beobachtbarer Klimaveränderungen ist auch in Mitteleuropa mit einer Zunahme von Unwettern mit Hagel zu rechnen.

Ein Hagelschlag beeinträchtigt Beschichtungen primär nicht nur im Sinne eines visuellen Mangels, sondern stellt auch Eintrittspforten für unzulässige Nässe in den Holzuntergrund mit allen typischen Folgeschäden dar. Wie sind solche Schäden zu werten und wer steht in der Pflicht, wenn es um die Sanierung geschädigter Oberflächen geht?

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Klaus Helzel, Fabian Kempe

Fliesenüberzähne – wie hoch ist zu hoch?


Wer belastbare Grundlagen zur Beurteilung von Höhendifferenzen bei Fliesenflächen (Überzähne) sucht, findet viele Regelwerke, die allgemeine Angaben zu Toleranzen oder den zugehörigen Arbeiten machen. Konkrete Angaben lassen sich in der für Toleranzen »zuständigen« DIN 18202 erwarten – dort fehlen sie aber.

Betrachtet werden daher im Folgenden die DIN 18333:2019-09, die Fachveröffentlichung »Hinzunehmende Unregelmäßigkeiten bei Gebäuden« [Oswald und Abel], das Merkblatt »Hinweise zur Beurteilung von Überzähnen bei Fliesen- und Plattenbelägen« [euroFEN] sowie das Merkblatt »Höhendifferenzen in Keramischen-, Betonwerkstein- und Naturwerksteinbekleidungen und Belägen« [ZDB-Merkblatt].

Welche Abweichungen bei Fliesen zulässig sind, hängt auch vom Material ab, das einen erkennbaren Anteil an der Gesamtabweichung der zu betrachtenden Leistung hat. Darauf verweist auch die DIN EN 14411:2016. Darin sind Klassifizierungen, Eigenschaften und Überprüfungen der Leistungsbeständigkeit und Kennzeichnung zu finden. Unterschieden wird zwischen stranggepressten und trockengepressten Fliesen.

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Bautechnik

 

Sabine Wirth, Stefan Wirth

Anwendbarkeit neuer technischer Regeln und Verordnungen der technischen Gebäudeausrüstung in Gerichtsgutachten

Teil 1: Erleichtert die neue DIN 4109 die Beurteilung gebäudetechnischer Geräusche? Ja, mit Einschränkungen!


Die Autoren (Anwältin und Sachverständiger) werden in fünf Teilen (Schallschutz, Hygiene, Brandschutz, Abdichtung und Wärmeschutz / Energieeinsparung) die Probleme bei der Anwendung moderner technischer Regeln und Verordnungen aus dem Fachgebiet der technischen Gebäudeausrüstung für die Gutachtenserstattung aufzeigen. Teil 1 beschäftigt sich mit der zwischen 2016 und 2020 novellierten DIN 4109.

Die Novellierung erleichtert Anwälten und Sachverständigen die Beurteilung bauakustischer Fragestellungen. Allerdings sind einige wichtige Details noch nicht abschließend behandelt, sodass auch weiterhin die Anwendung der Normenreihe DIN 4109 nicht ohne inhaltliche Diskussionen möglich sein wird. Die Autoren zeigen mit mehreren Fallbeispielen die immer noch vorhandenen Probleme in der Anwendung der DIN 4109 auf.

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Jan Heider, Thomas Stark

Potenziale von Direktstromheizungen für die Wärmeversorgung von Gebäuden

Untersuchungsergebnisse aus dem Forschungsprojekt »IR-Bau«


In der Mehrzahl der heute neu errichteten Gebäude mit hoher Energieeffizienz werden Wärmepumpen – und damit Strom – als Energieträger für die Wärmeerzeugung eingesetzt. Dies lässt sich zum einen aus den im Rahmen der EffizienzhausPlus-Initiative realisierten Pilotprojekten ableiten, die zu über 80% Wärmepumpen zur Wärmebereitstellung nutzen. Zum anderen weisen auch die Länderstatistiken einen Anteil von über 50% für Wärmepumpensysteme bereits bei allen im Jahr 2018 neu gebauten Wohngebäuden auf.

Die Elektrifizierung der Wärmeversorgung ist ein deutlicher Trend, der sich auch gut in die Gesamtstrategie der zukünftigen Energieversorgung basierend auf Windstrom und Photovoltaik integriert. Wärmepumpen erreichen durch Nutzung der lokalen Umweltwärme eine besonders hohe Effizienz bei der Wärmeerzeugung. Bei einer JAZ (Jahresarbeitszahl) von 3–5 können mit einer kWh Strom 3–5 kWh Wärme erzeugt werden. Dieser Effizienzgewinn geht allerdings mit einem nicht unerheblichen materiellen und finanziellen Aufwand einher.

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Sachverständigenrecht

Jörg Zeller

Der Baumangel im Sachverständigengutachten


In einer Großzahl von Bauprozessen geht es – zumindest auch – immer wieder um »Mängel« der erbrachten Bauleistungen, sodass die vom Gericht bestellten Sachverständigengutachten regelmäßig die Frage zu beantworten haben, inwiefern ein behaupteter Baumangel tatsächlich gegeben ist oder nicht, und, sollte er gegeben sein, welche Nachbesserungsmaßnahmen und Kosten zur fachgerechten Beseitigung des festgestellten Mangels notwendig und erforderlich sind.

Nach der Lektüre einer immensen Anzahl von Sachverständigengutachten in unzähligen Bauprozessen fällt dabei immer wieder auf, dass die vom Gericht bestellten Sachverständigen teilweise ein falsches Verständnis davon haben, wann eine Bauleistung überhaupt juristisch mangelhaft ist oder nicht und deshalb Ausführungen in diesen Sachverständigengutachten zu finden sind, die entweder gar nicht gefragt oder sogar falsch sind oder aber an der eigentlichen Fragestellung völlig vorbeigehen.

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Baurecht

 

Ingo Kern

Nichts Neues bitte, läuft doch auch so

Grundlegende Praxisfragen des Bauträgervertrags – Teil 2


Bauträgerverträge enthalten verschiedene Elemente, insb. kaufvertragliche hinsichtlich des Grundstückserwerbs und werkvertragliche hinsichtlich der geschuldeten Bauleistung, regelmäßig aber auch Elemente von Organisations-, Architekten- und Ingenieurleistungen. So hat die Rechtsprechung schon früh die den Vertrag bestimmenden Elemente des Werkvertrags betont und auf die Herstellungsverpflichtung hinsichtlich des Bauwerks abgestellt.

Aus dem Inhalt derartiger Verträge, aus ihrem Zweck und ihrer wirtschaftlichen Bedeutung sowie aus der Interessenlage ergibt sich daher die grundsätzliche Verpflichtung des Unternehmers, das Bauwerk mangelfrei zu erstellen. Insbesondere tragen die gesetzlichen Regelungen zum Werkvertrag den beiderseitigen Interessen deutlich besser Rechnung als das Kaufvertragsrecht. Der Vertrag enthält regelmäßig umfassende Verpflichtungen, die durch einen Festpreis abgegolten werden. Dies erspart dem Erwerber den Abschluss verschiedenster Verträge mit einer Vielzahl von Parteien.

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Jennifer Essig, Marco Röder

Sicherheiten für die Bauvertragsparteien

§§ 650e, 650f, 650m BGB


Der Beitrag gibt einen Überblick über die neuen Regelungen zu den Sicherheiten für die Bauvertragsparteien.

Das neue Bauvertragsrecht greift nur moderat in die bisherigen gesetzlichen Regelungen zu den Sicherheiten für die Bauvertragsparteien ein. Die gravierendste Änderung liegt sicher in der Vorschrift des neuen § 650m BGB. Diese Vorschrift führt dazu, dass einerseits Verbrauchern nun eine Sicherheit in Höhe von 15% der Gesamtvergütung zur Verfügung steht und andererseits durch den Unternehmer vom Verbraucher maximal eine Sicherheit in Höhe von 20% der Gesamtvergütung gefordert werden kann.

Ansonsten ergeben sich nur sehr geringfügige Änderungen gegenüber den bisherigen Regelungen. Insbesondere die in der Praxis wichtigen – und regelmäßig in AGB vereinbarten – Vertragserfüllungs- und Mängelsicherheiten sind nach wie vor nicht gesetzlich geregelt.

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Top-Thema

Jennifer Essig

Das selbstständige Beweisverfahren

Stolpersteine des Sachverständigen


Der Beitrag befasst sich mit typischen Fragestellungen bei der Bearbeitung gerichtlicher Gutachtenaufträge im Rahmen eines selbstständigen Beweisverfahrens.

Das selbstständige Beweisverfahren ist aus der gerichtlichen Praxis nicht mehr wegzudenken. Sinn und Zweck des selbstständigen Beweisverfahrens ist es, den Streitparteien zu ermöglichen, Beweisfragen außerhalb eines streitigen Hauptsacheverfahrens sachverständig klären zu lassen, um dadurch möglichst die Durchführung eines Hauptsacheverfahrens vermeiden zu können. Zum Arbeitsalltag eines jeden öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen gehört daher auch seine Tätigkeit im Rahmen einer gerichtlichen Beauftragung.

In der überwiegenden Anzahl der Fälle leitet das Gericht selbstständige Beweisverfahren jedoch eher am »langen Zügel«, sodass den Parteien grundsätzlich erheblicher Gestaltungsspielraum verbleibt, denn allein der Anlass und der Ausgangspunkt des selbstständigen Beweisverfahrens und die Anträge der Parteien innerhalb dieses Beweisverfahrens bestimmen den Gegenstand des selbstständigen Beweisverfahrens.

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Rechtsprechungs-Report

Eva-Martina Meyer-Postelt

Bauvertragsrecht | Architektenrecht | Sachverständigenrecht

 

Gerichtliche Anweisung zur Bauteilöffnung – ja oder nein? 

Zur Frage der Anweisung an den gerichtlich bestellten Sachverständigen, eine Bauteilöffnung vorzunehmen


Die Klägerin nimmt den beklagten Wohngebäudeversicherer in Zusammenhang mit einem Gebäudeschaden auf Versicherungsleistungen in Anspruch, nachdem es am versicherten Gebäude zu einem Hochwasserschaden gekommen ist. Streitig ist, ob das Haus durch den Wassereintritt am Fundament zerstört ist. Das Landgericht hat nach Einholung eines schriftlichen Sachverständigengutachtens die Klage weitgehend abgewiesen. Die Berufung der Klägerin wird vom OLG zurückgewiesen. Allerdings lässt das OLG die Revision zu.

BGH, Urteil vom 23.9.2020 – IV ZR 88/19

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