Die Außen-Thermografie zeigt die Fassade eines Hauses mit Putzfassade aus der Zeit um 1910. Damals waren wärmedämmende Wandbaustoffe noch unbekannt. Auffällig ist der Energieverlust über die Brüstungen unterhalb der Fenster, gut erkennbar an den tiefroten Bereichen. Dort hängen im Hausinnern die Heizkörper. Das Foto zeigt deutlich: Hier wird vor allem die Außenfassade aufgeheizt. Die Aufnahme hilft dem Bausachverständigen, das bauphysikalische Gefüge des Hauses zu analysieren und konkrete Sanierungsmaßnahmen zu planen. (Foto: Verband Privater Bauherren (VPB) / Regionalbüro Emsland)
  • 13.10.2021

Ansteigende Energiekosten: Qualifizierte Energieberater erarbeiten Sanierungsplan

Deutschland hat gewählt, aber die Bildung einer Regierungskoalition wird sich vermutlich noch etwas hinziehen. Schon jetzt ist aber klar: Vor dem Hintergrund des Klimawandels müssen die energetische Sanierung des Gebäudebestands noch verstärkt vorangetrieben und entsprechende Anreize durch die Politik gesetzt werden.

Viele Eigentümer haben auch schon umfangreich investiert, um die Umwelt zu entlasten. Dennoch muss die Sanierungsrate noch enorm zulegen, um die gesetzten und inzwischen nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts noch verschärften Klimaschutz-Ziele auch zu erreichen. Sanierungsmaßnahmen müssen jedoch ganzheitlich geplant und sorgfältig durchgeführt werden.

Corinna Merzyn, Hauptgeschäftsführerin des Verbands Privater Bauherren, betont: »Umso wichtiger ist es, wirklich qualifizierte Energieberater zu finden und zu beauftragen, denn es geht immer um erhebliche Summen, die die Eigentümer investieren sollen. Im schlimmsten Fall sogar um teure Bauschäden, wenn die Sanierung nicht so geplant und ausgeführt wird, wie sie wirklich sinnvoll ist. Daneben ist es für Bauherren auch von großer Bedeutung, dass die Energieberatung auch realistische Annahmen über das zur Verfügung stehende Budget zugrunde legt. Eine Unterteilung der Maßnahmen in wirtschaftlich leistbare und gleichzeitig auch technisch sinnvolle und risikolose Schritte ist dabei das A und O.«

Thomas Weber, Energieberater und Bausachverständiger im VPB-Regionalbüro Fulda, rät deshalb, sich zunächst über die Varianten der Energieberatung informieren zu lassen: »Eigentümer können zwischen zwei Beratungsvarianten wählen. Ob wir ihnen die Gesamtsanierung als Ganzes zu einem KfW-Effizienzhaus darstellen sollen oder wie das Gebäude schrittweise über einen längeren Zeitraum durch aufeinander abgestimmte Maßnahmen umfassend energetisch saniert und der Primärenergiebedarf so weit wie möglich gesenkt werden kann. Die Eigentümer können damit die Sanierung ihrer individuellen Lebens- und Finanzsituation entsprechend gestalten.«

Experte Weber weist darauf hin, wie bedeutend eine ganzheitliche Betrachtung des Gebäudes ist: »Vernünftige Energieberater betrachten das gesamte Gebäude, denn es ist wichtig, dass alle Energiesparmaßnahmen aufeinander abgestimmt sind und zum Gebäude passen. Sonst holt man sich statt der gewünschten Einsparung schwere Baumängel ins Haus. Es ist nicht damit getan, etwa einfach nur neue Fenster einzusetzen. Im Gegenteil: Gerade diese Maßnahme kann unter Umständen Feuchteschäden nach sich ziehen und damit den gefürchteten Schimmel. Gerade bei der Gebäudedämmung muss auf alle Details wie Dachsparren, Sockel, auch die Klingelanlage, die Außenleuchten und Wasserhähne geachtet werden, sonst drohen Wärmebrücken«, warnt VPB-Verbraucherschützer Thomas Weber.

Der VPB rät daher, bei der Wahl des Energieberaters darauf zu achten, nicht nur einen in allen Gewerken versierten Berater oder eine Beraterin zu finden, sondern auch unabhängige Experten, die nicht am Verkauf bestimmter Maßnahmen oder Produkte interessiert sind.

 

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