DER BAUSV 2/19

Im gebogenen Bereich war die Korrosion besonders intensiv.

Wolfram Steinhäuser


Korrosionsschäden an Heizungsrohren


Vorbemerkung

Die Korrosion verzinkter Eisenwerkstoffe hängt vornehmlich vom Feuchteangebot (Medium) und vom pH-Wert des Mediums ab. Bei der Korrosion des Eisens verbinden sich die Eisenionen mit den OH-Ionen zu Fe(OH)2. Das ist die erste Stufe der Rostbildung. Es folgen einige weitere Reaktionen und die Bildung verschiedenster Rostminerale. In Verbindung mit einer hohen Alkalität des Mediums unterliegt beispielsweise der Zinküberzug auf einem Heizungsrohr einer besonders starken Korrosion, da Zink bei hohen pH-Werten nicht beständig ist. Mit unlegiertem Stahl als Werkstoff für Heizleitungen wählt man ein Material, welches bei Einwirkung von Feuchtigkeit sehr schnell korrodiert. Ein galvanischer und daher sehr dünner Zinküberzug ist damit nicht ausreichend. Die Meinung, man könnte durch eine galvanische Verzinkung Stahlrohre im Fußboden schützen, ist weit verbreitet, aber nicht richtig, wie zahlreiche Schadensbeispiele belegen.

Übrigens weisen Hersteller galvanisch verzinkter Stahlrohre darauf hin, dass die Verzinkung nur als Transport- und Lagerschutz zu sehen ist. Trotzdem werden Parkett- und Bodenleger immer wieder mit dieser Problematik konfrontiert und müssen sich nicht selten vor Gericht für Korrosionsschäden verantworten. Hier hat es viele Streitfälle gegeben, die aufgrund von Unklarheiten besonders bei den Auftraggebern und auch bei Rechtsanwälten zu großen Missverständnissen und Ärgernissen geführt haben. Ein Beispiel soll hier aufgezeigt werden, das typisch für diese Problematik ist.

Schadensbild

Grundsätzlich dürfen die Verlegewerkstoffe, vor allem Spachtelmassen, nicht in Kontakt mit allen aufgehenden Bauteilen kommen. Dazu gehören auch die Heizungsrohre. Deshalb muss der Parkett- und Bodenleger, bevor er mit seinen Arbeiten beginnt, das Vorhandensein von Randdämmstreifen an allen aufgehenden Bauteilen, auch an den Heizungsrohren, und den Überstand der Randdämmstreifen von ca. 10 mm überprüfen. Wenn die Randdämmstreifen bereits bündig mit Oberkante Estrich abgeschnitten wurden, muss der Bodenleger Bedenken anmelden. Man kann aber jedem Parkett- und Bodenleger nur raten, mit seinen Arbeiten nicht eher zu beginnen, bis die entfernten Randdämmstreifen wieder erneuert wurden. Wenn die Randdämmstreifen abgeschnitten wurden, wird zwangsläufig die Spachtelmasse in die Randbereiche aller aufgehenden Bauteile laufen, da kann sich der Parkett- und Bodenleger noch so viel Mühe geben.

Und genau das ist auch bei einem größeren Klinikneubau passiert. Die Spachtelmasse ist zwischen Isolierummantelung und Heizungsrohr gelaufen. Innerhalb weniger Monate nach den Parkett- und Bodenbelagsarbeiten war folgender Schaden an den Heizungsrohren entstanden: Die Rohre sind korrodiert, es zeigte sich Krustenbildung mit Lochfraß, bevorzugt an Rohrwinkeln oder gebogenen Rohrteilen nahe den Austrittsstellen aus dem Fußboden. Wasser aus den Heizungsrohren war an einigen kritischen Stellen ausgetreten und hatte die Stahlbetondecke, die Dämmung und den Zementestrich durchfeuchtet.

Schadensursache

Ein Sachverständiger wurde zur Ursachenklärung eingeschaltet. Er öffnete einige kritische Bereiche und stellte fest, dass in einem Teil dieser Bereiche die Heizungsrohre mit mineralischer Spachtelmasse ummantelt waren. Allerdings gab es auch verrostete Stellen, die nicht mit Spachtelmasse ummantelt waren. Trotzdem stand für den Bauherrn die Ursache fest: Verursacher für diesen Schaden war die Spachtelmasse, die an den Heizungsrohren haftete.

 

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