Bauforensische Aufnahme: Bruch in einem Renovierungsaufbau aus mineralischem Altuntergrund (violett), Grundierung (grün) und zementärer Spachtelmasse (rosa). Ohne bauforensische Hilfsmittel wäre das gesamte Bild grau und es wären keine unterschiedlichen Materialien und kein Schichtenaufbau erkennbar.
Bruch in einem Renovierungsaufbau aus mineralischem Altuntergrund (violett), Grundierung (grün) und zementärer Spachtelmasse (rosa). Ohne bauforensische Hilfsmittel sieht alles einheitlich grau aus und es sind keine unterschiedlichen Materialien und kein Schichtenaufbau erkennbar. (© Rapp)

Praxisseminar »Optische Bauforensik« am 8. und 9. Februar 2019 in Stuttgart – ausgebucht! Wiederholungstermin: 5. und 6. Juli 2019

Training mit Tatortlampen, Filterbrillen und Forensikkameras zur Aufklärung von Bauschäden

Seit fast einem Jahrhundert werden in der Forensik Spuren von Körperflüssigkeiten durch Beleuchtung mit kurzwelligem Licht mittels Fluoreszenz sichtbar gemacht. Auch die im Bauwesen heute verbreiteten Stoffe enthalten Beimengungen, die bei einer Untersuchung mit Tatortlampen, Filterbrillen und Forensikkameras aufschlussreiche Bilder zeichnen. Der Referent Prof. Dr. Andreas O. Rapp begründete im Jahre 2013 an der Leibniz Universität dieses neue Forschungsgebiet und untersucht seitdem systematisch Materialien im Bauwesen hinsichtlich ihrer Fluoreszenz sowie ihres Absorptionsverhaltens im nahen ultravioletten und nahen infraroten Wellenlängenbereich mittels unterschiedlicher Lichtquellen, Filter und Kameras. Schon Rapps erste Ergebnisse waren überraschend: In fast allen Fällen, die im Rahmen der Tätigkeit als ö.b.u.v. Sachverständiger untersucht wurden, offenbarten die Forensikbilder wichtige Informationen, die bei Tageslicht nicht erkennbar waren und die Aufklärung der Bauschäden erlaubten.

Sachverständige aus den Bereichen Bau, Baubiologie und anderen Bereichen des Sachverständigenwesens sind eingeladen, die neue Technik der optischen Bauforensik in einem Praxisseminar selbst auszuprobieren und zu erlernen. Nach einer Einführung in die Grundlagen und Geräte trainieren die Teilnehmer an zahlreichen aufgebauten Trainingsstationen die Handhabung von Tatortlampen, Filterbrillen und Forensikkameras zur Aufklärung von Bauschäden. Das praktische Training an den Lernstationen findet unter Anleitung des Referenten statt, wobei es den Teilnehmern freisteht, entweder mit eigenen Geräten oder mit den Materialien, Tatortlampen, Filterbrillen, Referenzmustern, Kamerafiltern und Forensikkameras des Referenten zu trainieren. Geübt wird an zahlreichen Lernstationen aus den Bereichen mineralische Baustoffe, Textilien, Urinkontaminationen, Holz, Parkett, PVC, Beschichtungen, Klebstoffe, Wasserschäden, Schimmelpilzbefall u.a.

Nach der Anmeldung erhalten Sie ein Infopaket, das Tipps für die persönliche Vorbereitung gibt und Details zu Geräten und Bezugsquellen enthält. Damit erhalten die Teilnehmer die Möglichkeit, eigene Geräte zum Seminar mitzubringen und die eigene Ausrüstung unter Anleitung optimal einzurichten und damit zu trainieren. Außer dem Vorabinfopaket bietet das Kapitel 7 »Methoden der optischen Bauforensik für die Schimmelpilzdetektion« im Schimmelpilz-Handbuch von Irina Kraus-Johnsen, das 2018 im Bundesanzeiger Verlag erschienen ist, einen guten Einstieg in die Thematik.

Das Seminar ist ausgebucht. Aufgrund der hohen Nachfrage gibt es einen Wiederholungstermin am 5. und 6. Juli 2019 (ebenfalls in Stuttgart).

Frühbucher-Preis bis 3. Mai 2019:
799,- € zzgl. MwSt.*

regulärer Preis:
849,- € zzgl. MwSt.*

*inkl. Snacks, Getränken und der vollständigen Tagungsunterlagen

Die Teilnehmerzahl ist auf 25 Personen begrenzt.

zur Anmeldung


Zudem gibt es noch einen Termin am 21. und 22. März 2019 in Hannover.

Frühbucher-Preis bis 15. Dezember 2018: 799,- €, danach 849,- €. Anmeldeschluss ist der 15. Februar 2019.

mehr Informationen und Anmeldung


Referent

Prof. Dr. Andreas O. Rapp, Professor für Holztechnik und Didaktik an der Leibniz Universität Hannover und Leiter des Instituts für Berufswissenschaften im Bauwesen


Ort

Fraunhofer Institutszentrum, Nobelstraße 12, 70569 Stuttgart

Programm

Freitag, 08.02.2019

  • 12.30: Registrierung
  • 13.00: Einführung in das Thema
    • Grundtechniken
    • Wie entsteht Fluoreszenz?
    • Welche Geräte für welchen Zweck?
  • 15.00: Kaffeepause
  • 15.15: Anwendungsbeispiele
    • u.a. Detektion transparenter Schimmelpilze
  • 16.30: Vorbereitung und Einstellung der Kamera für die Forensik
    • Montage der Filterhalter
    • Benutzung der Filter und Referenzmaterialien
    • Einstellung des richtigen manuellen Weißabgleichs
    • Aufnahme erster eigener Forensikbilder
  • 18.00: Ende des 1. Tages


Samstag, 09.02.2019

  • 09.30: praktisches Training an mineralischen Baumaterialien
  • 11.00: Kaffeepause
  • 11.15: praktisches Training an textilen Baumaterialien und Kunststoffen
  • 12.30: Mittagessen
  • 13.15: praktisches Training an Holz, Klebstoffen und Beschichtungen
  • 15.00: Kaffeepause
  • 15.15: praktische Erkennung von Wasserspuren und transparentem Schimmel
  • 16.30: Ende der Veranstaltung

 

Mit dem neuen Format »BauSV-Fachseminar« bieten wir Ihnen Schulungen und Trainings zu innovativen Techniken/Methoden zur Diagnostik und Gutachtenerstellung für Bausachverständige.

Die Seminarreihe wird in unregelmäßigen Abständen zu verschiedenen Themen fortgesetzt.

 


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Fraunhofer-Informationszentrum
Raum und Bau IRB

Nobelstraße 12
70569 Stuttgart
Telefon: 0711 970-2500
Telefax: 0711 970-2508
E-Mail: irb(at)irb.fraunhofer.de
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