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  • 12.06.2018

Deutsches Energieberater-Netzwerk DEN bekräftigt Forderung nach eigenem Berufsbild für Energieberater

Gespräch im Bundeswirtschaftsministerium mit Staatssekretär Thomas Bareiß (CDU)

Das Deutsche Energieberater-Netzwerk DEN e.V. hat seine Forderung nach einem eigenen Berufsbild für Energieberater*innen bekräftigt. Beim ersten offiziellen Treffen des DEN-Vorstandes mit Staatssekretär Thomas Bareiß (CDU) in dessen neuer Funktion ging es im Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) in Berlin außerdem um das in diesem Jahr noch geplante Gebäudeenergiegesetz (GEG) sowie um eine Optimierung der Förderangebote der öffentlichen Hand. Alle Beteiligten lobten die konstruktive Atmosphäre des Gesprächs.

Die bundesweite Einführung eines einheitlichen Berufsbildes für Energieberater*innen sei eine der zentralen Forderungen, für die sich das DEN stark mache, sagt Dipl.-Ing. Hermann Dannecker, Vorsitzender des Netzwerks. »Das DEN fordert, die Berufsbezeichnung »Energieberater*in« bundesweit gesetzlich zu schützen, um auf eine europäische Regelung hinwirken zu können.« Da immer mehr energiepolitische Themen auf europäischer Ebene verhandelt und entschieden würden, sei es nur folgerichtig, auch die professionelle Begleitung und Umsetzung von Maßnahmen zur Energieeffizienz und -einsparung gemeinsam zu organisieren und zu gestalten. Neben der Qualität der Ausbildung und der den Endkunden gegenüber erbrachten Beratungsleistungen sei die wirtschaftliche Unabhängigkeit der Energieberater*innen von großer Bedeutung. Dies habe man dem Staatssekretär gegenüber dargelegt, so Dannecker.

Derzeit laufen vom BMWi in Auftrag gegebene Studien, welche zunächst eine Bestandsanalyse zum Inhalt haben und klären sollen, welche Qualifikationen Energieberater*innen haben müssen. In einem zweiten Schritt sollen dann Ausbildungswege aufgezeigt werden. Hier bot das DEN seine Praxiserfahrungen an.

Die mangelnde Verzahnung der vom Bund geförderten Beratungen zur Energieeinsparung war ein weiteres Thema des Gesprächs. »Es ist kontraproduktiv, wenn finanziell ausgesprochen gut ausgestattete Programme nicht zusammen, sondern gelegentlich sogar gegeneinander arbeiten«, erklärte der Ko-Vorsitzende des DEN, Dipl-Ing. Hinderk Hillebrands, nach dem Treffen. Er denke dabei besonders an niedrigschwellige Angebote mit einem staatlichen Förderanteil von über 90 %, welche den Endkunden einen nur sehr geringen Eigenanteil abverlangen. Diese würden etwa über die Verbraucherzentralen angeboten. Hillebrands: »Eine solche Erstansprache ist grundsätzlich begrüßenswert. Es gibt aber bislang keinen Übergang zur tiefer gehenden Beratung für Wohngebäude. Das muss sich ändern, damit die Antragszahlen der Energieberatung in diesem Bereich auch wieder steigen.«

Staatssekretär Bareiß nahm die Kritik zur Kenntnis und bat die Vertreter des DEN, ihrerseits Vorschläge zu Papier zu bringen, um Reibungsverluste bei Fördermaßnahmen abzustellen.

Auch die Rücknahme des im vergangenen Jahr vorgelegten Gebäudeenergiegesetzes (GEG) war Gegenstand des Gesprächs im Ministerium. Bareiß hatte zu den Kritikern des Gesetzentwurfes gehört und sich für weitere Beratungen eingesetzt, weil Befürchtungen bestanden, dass die neuen Vorschriften das Bauen zusätzlich verteuern würden. Ein neuer Entwurf soll nun erarbeitet und noch in diesem Jahr verabschiedet werden, so die Planungen des Ministeriums. Unter anderem soll im GEG eine Definition gefunden werden für Niedrigstenergiehäuser, wie sie die EU-Gebäuderichtlinie verlangt.

Die Vorstandssprecherin des DEN, Dipl.-Ing. Marita Klempnow, betonte, dass die Energieberater*innen dringend Planungssicherheit benötigten und das GEG eine langfristige Zukunftsperspektive für das Bauen und Sanieren ermöglichen müsse. Das DEN hatte im vergangenen Jahr über 50 Hinweise eingereicht mit konkreten Vorschlägen, wie ein künftiges Gebäudeenergiegesetz aussehen könnte. Die Ingenieure erneuerten diese Angebote, das Ministerium zu unterstützen.

An der Zusammenkunft nahmen auch der Leiter des Referates »Kommunikation Energieeffizienz und Energieberatung«, Dr. Roger Worm, und Andreas Schüring aus dem Referat »Förderung der Energieeffizienz im Gebäudebereich« teil. Das DEN vertraten die beiden Vorsitzenden, Dipl.-Ing. Hinderk Hillebrands und Dipl.-Ing. Hermann Dannecker, sowie die Vorstandssprecherin Dipl.-Ing. Marita Klempnow. Staatssekretär Bareiß, CDU-Bundestagsabgeordneter des Wahlkreises Zollernalb - Sigmaringen, arbeitete bis zu seinem Ruf ins BMWi als Koordinator für Energiepolitik seiner Fraktion. Alle Gesprächsteilnehmer zeigten sich mit der konstruktiven Atmosphäre des Treffens sehr zufrieden. Weitere Dialoge sollen folgen.

Das Deutsche Energieberater-Netzwerk (DEN) e.V. ist ein Zusammenschluss von über 700 Ingenieuren, Architekten und Technikern. Alle Mitglieder verbindet das gemeinsame Arbeitsgebiet der Beratungs- und Planungsleistungen zur effizienten Energienutzung und Einsatz von erneuerbaren Energien im Gebäudebestand, der Wohnungswirtschaft, Gewerbe und Industrie sowie für Kommunen. Ihre Beratung erbringen sie neutral und unabhängig.

 

 

Vorstand des DEN trifft Staatssekretär (C) © BMWI
Treffen im Wirtschaftsministerium: Zu einem eingehenden Gespräch empfing BMWi-Staatssekretär Thomas Bareiß (2.v.l.) den Vorstand des Deutschen Energieberater Netzwerks DEN e.V.: Dipl.-Ing. Hinderk Hillebrands, Dipl.-Ing. Hermann Dannecker, Dipl.-Ing. Marita Klempnow (v.r.). (© BMWI)

 

Deutsches Energieberater-Netzwerk (DEN) e.V.
Geschäftsstelle Frankfurt/Offenbach
Berliner Straße 257
63067 Offenbach
E-Mail: info@Deutsches-Energieberaternetzwerk.de
Internet: www.Deutsches-Energieberaternetzwerk.de


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