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Mittelstand in Deutschland sieht keine Alternative zu FIZ Technik

Unternehmen sind auf hochwertige und aktuelle Fachinformationen angewiesen

Frankfurt am Main, 22.07.10 

In der mittlerweile öffentlich ausgetragenen Diskussion über die Zukunft und den Erhalt des Fachinformationszentrum Technik (FIZ Technik) haben sich jetzt Vertreter des Mittelstandes zu Wort gemeldet und kritisieren die Begründung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi). Nach Auffassung des BMWi seien es heute vorrangig Großunternehmen und wissenschaftliche Bibliotheken an Hochschulen, die das Informationsangebot des FIZ Technik nutzen. Damit sieht das BMWi das eigentliche Ziel der FIZTechnik- Förderung, den Mittelstand mit aktuellen Fachinformationen zu versorgen, nicht mehr erreicht und hat deshalb dem Frankfurter Anbieter für technisch-wissenschaftliche Literaturdatenbanken kurzerhand zum 30. Juni dieses Jahres die Fördermittel gestrichen. Im Mai musste die Geschäftsführung des FIZ Technik wegen der zu erwarteten Überschuldung die Eröffnung des Insolvenzverfahrens beantragen.

Der deutsche Mittelstand nutze sehr wohl das Informationsangebot, lautet die einhellige Meinung aus den entsprechenden Fachkreisen. Einigkeit besteht auch bei der Einschätzung über die Konsequenzen, sollte das FIZ Technik gezwungen sein, seinen Betrieb einzustellen. Bei einem „Aus“ für das FIZ Technik sehen Mittelstandsvertreter die eigene Forschung und Entwicklung  und damit die Wettbewerbsfähigkeit des Motors der deutschen Wirtschaft  akut gefährdet.

Dr.-Ing. Horst Wolff vom Institut für Gießereitechnik (IfG) kann die Einschätzung des BMWi nicht teilen. Er verweist in dem Zusammenhang auf über 20 Forschungsprojekte, die seit Januar 2008 unter Federführung des IfG laufen. Die Ergebnisse dieser Forschungsarbeiten kommen in erster Linie den rund  vorwiegend mittelständisch geprägten  700 Mitgliedsunternehmen des IfG zugute. Grundlage für den Erfolg dieser Projekte, so Wolff, sei eine fundierte Darstellung des aktuellen Standes der Wissenschaft und Technik. »Ohne eine Literaturrecherche in FIZTechnik- Datenbanken ist dies nicht möglich«, ist der Experte überzeugt. Vor diesem Hintergrund erkennt Dr. Wolff eine enge Verknüpfung zwischen FIZ Technik und dem industriellen Mittelstand.

Der Stellvertreter des Generaldirektors der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek (SLUB) Dresden, Michael Golsch, sieht das ähnlich. In Sachsen arbeiten Mittelstandsunternehmen intensiv mit den Universitäten und Hochschulen zusammen. Dadurch wird die mittelständische Forschung und Entwicklung von den Hochschulen maßgeblich mitgetragen. Über den Zugang der Hochschulen zu qualifizierten Informationsquellen ist der Wissenstransfer sichergestellt. Golsch fürchtet um die Wettbewerbsfähigkeit des Mittelstandes in der Region, wenn den Hochschulen Wissensplattformen wie die FIZTechnik- Datenbanken verloren gingen. Die Erfahrungen der Sachsen lassen sich auf andere Bundesländer übertragen. Günter Höld, Sprecher der bayerischen Hochschulbibliothekare, weiß, dass viele Studierende technischer Fachrichtungen ihre Bachelor-, Master- oder Diplomarbeiten in mittelständischen Unternehmen schreiben. Beide Seiten zögen daraus ihre Vorteile, erläutert Höld. Die Studierenden fänden attraktive Themen mit einem hohen Praxisbezug, die Unternehmen profitierten von dem frischen Wissen, das der Ingenieursnachwuchs aus den Hochschulen mit in die Firmen brächten.

Dieses Wissen beziehen die Studierenden nicht zuletzt über Datenbankrecherchen. Über den Informationsträger »Studierender« erschließen sich mittelständische Unternehmen das Wissen aus Fachdatenbanken wie denen des FIZ Technik. Anders als das BMWi sehen Wolff, Golsch und Höld die große Bedeutung des FIZ Technik für den industriellen Mittelstand. Allein die Tatsache, dass ein mittelständisches Unternehmen nicht auf der Kundenliste des FIZ Technik stehe, lasse nicht den Schluss zu, der Mittelstand würde dieses Angebot nicht nutzen, sagt Golsch. Sein Kollege Wolff formuliert es drastischer: »Eine Forschung im vorwettbewerblichen Raum für Klein- und mittelständische Unternehmen, die selbst eine Forschung nicht betreiben können, würde ohne eine FIZ-Technik-Datenbank auf unserem Fachgebiet – und ich gehe davon aus, auch auf anderen Fachgebieten – nicht mehr möglich sein. Für uns gibt es keine Alternative zu einer Literaturrecherche in den FIZ-Technik-Datenbanken.« 

FIZ-Technik-Inform GmbH Hanauer Landstraße 151 – 153

60314 Frankfurt am Main

Martin Schmidt

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