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Historische Stadtkerne: Erneuerung unvermindert fortführen!

Die Arbeitsgemeinschaft Die alte Stadt e.V. hat gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Städte mit historischen Stadtkernen des Landes Brandenburg und der Arbeitsgemeinschaft Historische Stadt- und Ortskerne in NRW Stellung bezogen und am 2. Juli 2010 ein Positionspapier zur geplanten Kürzung der Städtebauförderung veröffentlicht. Die unterzeichnenden Arbeitsgemeinschaften setzen sich darin für die Bewahrung des Baukulturellen Erbes in ganz Deutschland ein und fordern vom Bund das Einstellen aller Kürzungspläne und von den Ländern die Aufrechterhaltung des bisherigen finanziellen Engagements.

Historische Stadt- und Ortskerne, historisch wertvolle Siedlungen und erhaltenswerte Industrieanlagen sind einzigartige Zeugnisse unserer Geschichte und damit unserer gemeinsamen Zukunft. Die Erhaltung und Entwicklung dieser Stadtquartiere ist eine der zentralen kommunalen Herausforderungen der Städte und Gemeinden in ganz Deutschland.

Mit dem 1991 in den neuen Ländern aufgelegten Städtebauförderprogramm Städtebaulicher Denkmalschutz, das im Jahr 2009 auch in den alten Ländern eingeführt wurde, verfügen Bund, Länder, Städte und Gemeinden über erstklassige Instrumente zur wirksamen Verknüpfung von Aufgaben der Stadtentwicklung mit den Herausforderungen des Denkmalschutzes. Wertvolle Gebäudeensembles konnten erhalten und mit neuen Nutzungen belebt werden. Zeitgemäß erneuerte Straßen und Plätze fördern die Investitionsbereitschaft privater Eigentümer. Die Identifikation der Menschen mit ihrer Stadt wird kontinuierlich gestärkt. In den kommenden Jahren ist die Weiterführung dieses Erfolgsprogramms in den neuen Ländern auf hohem Niveau dringend erforderlich, um Begonnenes weiterzuführen, das positive Investitionsklima aufrecht zu erhalten und die differenzierten Strukturen im Baugewerbe zu stärken.

In den alten Ländern etablieren sich die Programme im Kontext integrierter Handlungskonzepte zunehmend als Leitprogramme für die Stärkung kleiner und mittlerer Städte in ihrer Funktion als Ankerpunkte im ländlichen Raum, für die Wiedergewinnung bauhistorischer Qualitäten im Zuge der Erneuerung und Weiterentwicklung der Stadtzentren und nicht zuletzt für eine enge, konstruktive und zukunftsweisende Zusammenarbeit von Stadtplanern, Architekten und Denkmalpflegern.

Alle Programme der Städteförderung und insbesondere das Programm Städtebaulicher Denkmalschutz sind daher für die Bewahrung des baukulturellen Erbes in ganz Deutschland nicht nur unverzichtbar, sondern darüber hinaus maßstabsetzend für eine an den historischen Kulturgütern ausgerichtete Stadtentwicklung. Die Städtebauförderung ist ein ausgesprochen effizientes Instrument zur direkten Stärkung des Baugewerbes und des Handwerks sowie der damit im Zusammenhang stehenden Dienstleistungen. Zudem werden mit der Städtebauförderung wirksame Impulse u. a. für den Handel und den Tourismus gegeben. Letztlich löst jeder Euro Städtebauförderung zusätzlich private Investitionen in vielfacher Höhe aus.

Aus gegebenem Anlass fordern daher die unterzeichnenden Städteverbünde vom Bund das Einstellen aller Kürzungspläne und von den Ländern die Aufrechterhaltung des bisherigen finanziellen Engagements.

Michael Knape, Bürgermeister der Stadt Treuenbrietzen, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft „Städte mit historischen Stadtkernen“ des Landes Brandenburg

Christof Sommer, Bürgermeister der Stadt Lippstadt, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Historische Stadt- & Ortskerne in Nordrhein-Westfalen

Dr. Jürgen Zieger, Oberbürgermeister der Stadt Esslingen, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft „Die alte Stadt e.V.”

Rückfragen zur Pressemitteilung bitte an:

N. Ehresmann, Arbeitsgemeinschaft Die alte Stadt e.V., Geschäftsstellenleitung Tel. 0711/3512-3242, nina.ehresmann@esslingen.de

gez. Dr. N. Ehresmann, Geschäftsstellenleitung

20.7.2010


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